Pressemeldungen

Das Foto zeigt Oberärztin Heike Maleszka und Chefarzt Dr. Bernhard van Boxem.

Schmerzbehandlung im Krankenhaus

(18.4.2016) „Operative Eingriffe sind natürlich mit Schmerzen verbunden“, sagt Chefarzt Dr. Bernhard van Boxem, der Leiter der Intensivmedizin am Kath. Krankenhaus Dortmund-West. „Aber wir wissen in der Regel, welche Schmerzbelastung zu erwarten ist, und können bereits im Vorfeld und während der Operation Maßnahmen einleiten, die den Patienten entlasten und seine Situation erträglich gestalten.“

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„Die Schmerzempfindlichkeit ist eine sehr persönliche Angelegenheit“, weiß Oberärztin Heike Maleszka, die in der Kirchlinder Klink für die Behandlung akuter und chronischer Schmerzen die Verantwortung trägt. „Hinzu kommen individuelle Umstände wie Begleiterkrankungen, vorbestehende Schmerzmedikation, Alter und Mobilität. All diese Faktoren müssen bedacht werden, um dem Patienten im Zusammenhang mit einer Operation Schmerzen so weit wie möglich zu ersparen.“

Die Narkoseärzte und Schmerztherapeuten arbeiten nach festen Standards, die für alle vorkommenden Krankenhausbehandlungen geeignete Konzepte bereitstellen. „Erste Schritte zur Schmerzlinderung erfolgen – meist unbemerkt vom Patienten – schon während oder direkt nach dem operativen Eingriff“, erklärt die Oberärztin. „Das ist für den gesamten Genesungsprozess unverzichtbar“, ergänzt Dr. van Boxem. „Damit stellen wir sicher, dass der Patient schnell wieder auf die Beine kommt. So muss er zum Beispiel nach einem Bauchschnitt möglichst schmerzfrei atmen können, weil sonst das Risiko für Folgekomplikationen wie eine Lungenentzündung steigt. Und ein Patient, der mit einer Gelenkprothese versorgt worden ist, soll seinen Arm oder sein Bein schnell wieder bewegen können, damit das betroffene Gelenk mobil bleibt.“

Schmerztherapie ist kompliziert und muss individuell eingestellt werden. Deshalb muss der Patient manchmal mitarbeiten, um die für ihn richtige Dosis an Schmerzmitteln zu finden. Die Krankenhausärzte sind auf diese Fälle gut eingestellt. „Wir bieten Schmerzmittelpumpen, die die Patienten nach Bedarf selbst kontrollieren können, und stehen nach der Operation bereit, um die Therapie genau anzupassen oder wenn nötig auch umzustellen“, versichert der Chefarzt.

Das Bild zeigt CA Dr. Hinrich Böhner.

Schilddrüse kann in der Regel gut behandelt werden

(4.4.2016) „Erkrankungen der Schilddrüse sind weit verbreitet, aber bösartige Veränderung kommen nur sehr selten vor“, sagt Chefarzt Dr. Hinrich Böhner vom Kath. Krankenhaus Dortmund-West. „Und selbst bei diesen Fällen handelt es sich meistens um differenzierte Schilddrüsenkarzinome, die sehr, sehr gut behandelt werden können.“

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Bei kleineren Tumoren muss nur der betroffene Teil der Schilddrüse entfernt werden. Größere Karzinome werden durch Komplettentfernung der Schilddrüsen in Kombination mit einer Radio-Jod-Behandlung therapiert. „Nicht jeder Knoten muss gleich operiert werden“, betont der Viszeralchirurg. „Bei kleinen Knoten, die nicht wachsen, würden wir eine Operation nur dann in Betracht ziehen, wenn die – fast immer unbegründete – Angst vor dem Krebs für den Patienten offensichtlich eine sehr große psychische Belastung bedeutet.“

Schilddrüsenkrebs kann in jedem Alter auftreten. Mit einem Anteil von ca. 70 Prozent sind Frauen von dieser Krankheit wesentlich häufiger betroffen als Männer. „Wir entscheiden heute viel differenzierter als früher, ob eine Operation nötig ist oder nicht“, sagt Dr. Böhner. Dafür gibt es klar umrissene Kriterien, bei denen der klinische Befund, die Symptome, die Größe und die Funktionalität der Knoten berücksichtigt werden. Auch das Alter des Patienten spielt eine Rolle.

Chirurgen, Internisten, Nuklearmediziner arbeiten eng zusammen, um die klinischen Symptome zu beurteilen. „Falls erforderlich operieren wir schonend und zurückhaltend“, erklärt der Spezialist, der seit fünfzwanzig Jahren das gesamte Spektrum der Schilddrüsenerkrankungen operiert. „Die Standards für Schilddrüsenzentren gewährleisten minimale Komplikationen bei maximaler Überwachung.“

Das Foto zeigt die Diabetesberaterin (DDG) Heike Nun-Bötzel

Mit dem Zucker gut leben

(18.03.2016) Diabetes ist ein großes Thema für die stationäre Patientenversorgung. Die Zahl der Betroffenen wächst in unserer älter werdenden Gesellschaft mit ihren veränderten Lebensgewohnheiten. „Am St. Rochus-Hospital sind wir darauf eingestellt, dass die Menschen über ihre akute Erkrankung hinaus häufig eine zusätzliche Diabeteserkrankung mitbringen“, sagt Pflegedirektor Stephan Cichon.

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Die Klinik verfügt über das Basiszertifikat für die diabetologische Versorgung der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG). Unter der Leitung des Diabetologen Chefarzt Dr. Christian Szymanski kümmert sich ein eingespieltes Team um alle zuckerkranken Patienten. Herz und Seele der Expertengruppe ist die Diabetesberaterin Heike Nun-Bötzel, die die Betreuung der Betroffenen koordiniert.

Der Blutzucker wird standardmäßig bei jedem Patient getestet, der in das St. Rochus-Hospital aufgenommen wird. Bei bekannter Diabetes-Erkrankung oder auffallenden Zuckerwerten wird ein Tagesprofil erstellt. Auf dieser Grundlage entscheiden die Ärzte, ob und welche Maßnahmen zur Zuckereinstellung angemessen sind. Die Diabetesberaterin sorgt dann für die Umsetzung. Dabei stehen ihr auf jeder Station zwei diabetologisch geschulte Pflegekräfte zur Seite.

Die Patienten werden über die Erkrankung und ihre Konsequenzen aufgeklärt und beraten. Bei Bedarf und auf Anforderung durch die Ärzte spricht Heike Nun-Bötzel mit ihnen über ihre Krankengeschichte, über Diabeteserkrankungen in der Verwandtschaft sowie über die Lebensumstände und den Alltag des Patienten. „Es kommt uns darauf an, den Patienten so einzustellen, dass er gut und so normal wie möglich mit seinem Diabetes leben kann“, sagt die Diabetesberaterin. „Deshalb erhält er auch im Krankenhaus keine besondere Diät. Wir erwarten keine Umstellung der Ernährung oder der Lebensweise, sondern passen die Medikation an die Verhältnisse des Patienten an.“

Dabei wird natürlich schon darauf hingewiesen, dass Ernährung und Lebensweise einen erheblichen Einfluss auf den Zuckerstatus haben. Wer sich darauf einstellt, kann zum Beispiel von einer Insulintherapie wieder wegkommen. Aber nicht jeder möchte dies und es ist auch nicht jeder dazu in der Lage. Dann erarbeitet das Diabetes-Team eine der individuellen Situation angepasste Therapieform, auf die der Betroffene eingestellt wird.

Intensivmediziner, Kardiologe, Gefäßchirurg und Plastischer Chirurg ergänzen das Diabetes-Team. In enger Zusammenarbeit und interdisziplinärem Austausch haben sie ein Auge auf Vorbeugung, Vermeidung und gegebenenfalls Behandlung der gefährlichen Folgeerkrankungen des Diabetes wie Herz-Kreislauf-Krankheiten, Durchblutungsstörungen, Nervenschädigungen, Stoffwechselentgleisungen und Fußverletzungen.

Das Foto zeigt CA Dr. Ralf Kötter und CA Dr. Hinrich Böhner.

Zehn Jahre Darmzentrum Ruhr

(7.3.2016) Seit nunmehr zehn Jahren behandeln die Ärzte des Darmkrebszentrums Ruhr an den integrierten Standorten Kath. Krankenhaus Dortmund-West und St. Rochus-Hospital Castrop-Rauxel Patienten mit Darmkrebs. Insgesamt sind in diesen zehn Jahren rund 3000 Kolonkarzinome und etwa 1000 Rektumkarzinome in dem onkologischen Versorgungsverbund operiert worden.

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„Die die Entwicklung seit 2002 bis heute zeigt, dass die Zahl der Darmkrebsneuerkrankungen sinkt und die Sterblichkeit beim Kolonkarzinom zurückgeht“, berichtet der Viszeralchirurg Chefarzt Dr. Hinrich Böhner. „Die leicht rückläufige Tendenz führen wir auf die Koloskopie-Vorsorge zurück. Die Patienten kommen vermehrt mit Krankheitsstadien, die noch nicht so weit fortgeschritten sind und mit guten Erfolgsaussichten operiert werden können.“

„Es wird deutlich“, ergänzt Chefarzt Dr. Ralf Kötter vom Katholischen Krankenhaus Dortmund-West, „dass die Vorsorge funktioniert, obwohl nicht alle hingehen. Die Teilnahme liegt bei Frauen nur bei etwa 30 Prozent, bei Männern noch darunter. Dabei haben wir mit der vorsorglichen Darmspiegelung eine Methode an der Hand, um Krebsvorstufen rechtzeitig zu finden und zu entfernen. Viele Darmkrebserkrankungen werden darüber hinaus entdeckt, wenn Patienten aufgrund unklarer Bauchbeschwerden oder eines schlechten Allgemeinzustandes zur Untersuchung ins Krankenhaus eingewiesen werden.“

Das an den Standorten Kath. Krankenhaus Dortmund-West und St. Rochus-Hospital Castrop-Rauxel angesiedelte Darmkrebszentrum ist im vergangenen Herbst erneut rezertifiziert worden. Das bedeutet, dass alle Anforderungen an eine gute Versorgung der Patienten mit unabhängig beurteilten Ergebnissen erfüllt werden. „Die kontinuierliche Arbeit im Darmzentrum zeichnet sich aus“, konstatiert Dr. Böhner. „In der Bevölkerung und bei unseren niedergelassenen Kollegen wird wahrgenommen, dass wir gute Arbeit leisten.“

Die Kliniken der St. Lukas Gesellschaft sind Gründungsmitglieder des Darmzentrums Ruhr, das 2006 als bundesweit erstes Versorgungszentrum dieser Art von der Deutschen Krebsgesellschaft zertifiziert worden ist.

Das Foto zeigt OA Dr. Marco Sträter

Beckenbruch - Es gibt Schlimmeres

(15.02.2016) Manchmal braucht es nicht viel: Ein wenig beachteter, vielleicht auch ein nicht zugegebener Plumps auf den Podex kann Folgen haben, die niemand bedenkt. „Bei Osteoporose im Alter führt dies oftmals dazu, dass der hintere Beckenring bricht“, sagt Dr. Marco Sträter vom St. Rochus-Hospital. „Die Betroffenen klagen vielleicht über Rückenschmerzen, aber es kann dauern, bis die richtige Diagnose gefunden wird.“

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Beckenfrakturen sehen die Unfallchirurgen der Castroper Klinik bei älteren Leuten gar nicht selten. Meistens ist der vordere Ringanteil gebrochen. Weil die Stabilität des Beckenrings dadurch in der Regel nicht beeinträchtigt wird, ist oft keine Operation erforderlich. Die Patienten erhalten eine Schmerzmittelversorgung, bleiben mobil und der Bruch verheilt von alleine.

Bei mehr als einem Viertel der betroffenen Patienten ist allerdings gleichzeitig auch der hintere Beckenrandanteil gebrochen. „Auf dem Röntgenbild kann man das häufig nicht erkennen“, erklärt der Leitende Oberarzt der Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädie. „Die Beschädigung des hinteren Ringabschnitts schafft aber eine instabile Situation, die gerade bei älteren Menschen, die den Bruch nicht richtig entlasten können, behandelt werden sollte. Das Becken wird durch eine Verschraubung wieder stabilisiert. Darum untersuchen wir gründlich und stellen mit einer CT-Aufnahme fest, ob eine instabile Fraktur vorliegt oder nicht.“

Der erforderliche Eingriff ist gar nicht so aufwändig. Die Schrauben werden über kleine Schnitte in den Pobacken eingeführt und im Knochen befestigt. Für Osteoporose-Patienten, bei denen die Schrauben wegen des brüchigen Knochenmaterials nicht richtig festgezogen werden können, gibt es spezielle Hohlschrauben, durch die zur Stabilisierung Zement eingefüllt werden kann.

„Die Patienten können schon am ersten Tag nach dem Eingriff wieder aufstehen und berichten über eine deutliche Schmerzlinderung“, sagt Dr. Sträter. „Es ist wichtig, dass sie nach der Operation sofort wieder in Bewegung kommen und ihre Alltagskompetenz zurückerlangen. Damit das gut klappt, kümmern wir uns auch um eine rasche Anschlussrehabilitation.“

Das Foto zeigt OA Dr. Marco Sträter

Schnell auf die Beine nach Hüft-OP

(15.02.2016) Gangunsicherheit und Schwindel sind Altersleiden, mit denen viele Senioren leben müssen. Die Gefahr, zu stürzen, ist groß. Schnell ist etwas gebrochen, meist im Bereich der Hüfte. „Schlimmer noch als der Bruch selbst ist es, wenn die Leute dann ans Liegen kommen“, sagt Dr. Marco Sträter, der Bereichsleiter der Unfallchirurgie am Kath. Krankenhaus Dortmund-West. „Frühmobilisation hat bei uns nach der Operation die oberste Priorität, damit gerade ältere Menschen rasch wieder auf die Beine kommen.“

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Am besten ist es, wenn die Patienten gleich am ersten Tag nach der Operation unter Vollbelastung aufstehen können. „Das ist in vielen Fällen sehr gut möglich“, betont Dr. Sträter. Denn in der überwiegenden Anzahl der Fälle liegt eine Schenkelhalsfraktur oder ein hüftgelenknaher Bruch des Oberschenkelknochens vor. Wenn der Schenkelhals gebrochen ist, kann in der Regel eine sogenannte Halbprothese eingesetzt werden, deren Schaft einzementiert wird. Wenn der Oberschenkelknochen in der Nähe des Schenkelhalses gebrochen ist, wird der Knochen mit einem speziellen Nagelsystem fixiert, das die Druckbelastung beim Stehen und Gehen auffängt.

„Die Patienten erhalten ausreichend Schmerzmittel, so dass sie ihrem Zustand entsprechend an Unterarmgehstützen oder mit Unterstützung anderer Gehhilfen das Laufen unter Vollbelastung trainieren können“, erklärt der Bereichsleiter. „Wir Ärzte stehen in engem Kontakt mit den Physiotherapeuten, die mit ihrer Erfahrung sehr genau wissen, wo die Möglichkeiten und Grenzen des Patienten liegen.“

Hüftoperationen werden möglichst zeitnah durchgeführt, damit gerade ältere Menschen möglichst wenig von ihrer Mobilität einbüßen. Im Anschluss an die Akutversorgung organisiert das Krankenhaus eine Komplexrehabilitation, in der die Patienten wieder für ihren Alltag fit gemacht werden. „Wir kooperieren mit umliegenden Kliniken, die solche Reha-Maßnahmen anbieten“, sagt Dr. Sträter. „Der schnelle Übergang ist uns wichtig, damit unsere Patienten ihre Unabhängigkeit aufrecht erhalten können und nicht in eine Situation geraten, in der sie auf Pflege angewiesen sind.“

Chefarzt Dr. Hinrich Böhner

Durchblutungsstörung der Beine

(01.02.2016) Schmerzen beim Gehen sind das typische Symptom einer fortgeschrittenen Durchblutungsstörung der Beine. Doch etwa zwei Drittel der Betroffenen – vor allem Diabetes-Patienten – zeigen diese Symptomatik überhaupt nicht. Deshalb, so warnt der Chefarzt Dr. Hinrich Böhner von der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie am St. Rochus-Hospital, wird die oft folgenreiche Erkrankung häufig erst sehr spät erkannt.

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„Ursache der Durchblutungsstörung ist die Verkalkung der Schlagadern, die sich bei jedem sechsten Bürger im Laufe des Lebens einstellt und mit zunehmendem Alter voranschreitet“, erklärt der Gefäßspezialist. „Besonders betroffen sind Raucher mit gesundheitsgefährdenden Werten beim Blutzucker, bei den Blutfetten oder beim Blutdruck. Diese Patienten leiden in der Regel gleichzeitig unter Veränderungen der Herzkranzgefäße und der Halsschlagadern. Deshalb sind Herzinfarkt und Schlaganfall häufige zum Tode führende Komplikationen der Durchblutungsstörung in den Beinen.“

Die Verkalkung der arteriellen Blutgefäße führt zu Engstellen und auf die Dauer zum Versiegen der Blutversorgung in den betroffenen Geweben. In den Beinen äußert sich dies oft zunächst mit Einschränkungen beim Gehen, schließlich mit Ruheschmerzen und am Ende durch absterbendes Gewebe und offene Wunden. Dann droht Fuß- oder gar Beinverlust.

„Die Behandlung der arteriellen Verschlusskrankheit erfordert ein schlüssiges Gesamtkonzept, das mit dem Patienten und verschiedenen medizinischen Fachrichtungen abgestimmt werden sollte“, erläutert Dr. Böhner. „Eine Heilung ist nicht möglich, aber die Verschlechterung der Situation kann erheblich hinausgezögert werden. Ziel ist immer der Beinerhalt, die Aufrechterhaltung der Selbstständigkeit und die Vermeidung von Pflegebedürftigkeit. An erster Stelle der Maßnahmen stehen medikamentöse Therapien zur Einstellung von Blutzucker, Blutfetten und Blutdruck sowie der Verzicht auf das Rauchen, gefolgt von einem Gehtraining. Allein dadurch können viele Patienten über lange Zeit stabilisiert werden.“

Wenn all dies nicht mehr zum Erfolg führt, sind interventionelle Eingriffe zur Aufdehnung oder Stabilisierung der Blutgefäße oder operative Maßnahmen zur Ausschälung oder Umgehung der Engstellen nicht zu vermeiden. Kompliziert wird es, wenn der Extremitätenverlust droht. „In Kooperation mit den Spezialisten der im Februar an den Start gehenden neuen Klinik für Plastische Chirurgie am St. Rochus-Hospital können wir diesen Patienten demnächst neue Möglichkeiten der Versorgung anbieten“, erklärt Dr. Böhner. „Amputationen können vermieden werden, wenn der Gefäßchirurg das betroffene Gewebe entfernt, die Durchblutung sicherstellt und der Plastische Chirurg anschließend die Wunde durch Gewebetransplantation wieder verschließt.“

Chefarzt Dr. Thorsten Nitschke
Das Foto zeigt Chefarzt Dr. Thorsten Nitschke

Vorhofflimmern - Herzrhythmusstörung Nummer Eins

(18.01.2016) „Einer von 50 Deutschen leidet unter Vorhofflimmern“, sagt Chefarzt Dr. Thorsten Nitschke vom Kath. Krankenhaus Dortmund-West. „Allerdings nimmt die Häufigkeit der Erkrankung mit dem Alter deutlich zu und nicht jeder weiß, dass er betroffen ist.“

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In das Kirchlinder Krankenhaus kommen Patienten mit Beschwerden, deren Ursache genauer abgeklärt werden soll. Manchmal wird das Vorhofflimmern durch andere Erkrankungen wie zum Beispiel eine Schilddrüsenüberfunktion oder eine Herzklappenerkrankung ausgelöst. Begleiterkrankungen können die Situation vor allem bei älteren Menschen komplizierter machen. Die Entscheidung über die richtige Therapie hängt von vielen Faktoren ab und muss in jedem Einzelfall sorgfältig abgewogen werden.

„Das Vorhofflimmern ist meistens keine akut lebensbedrohliche Erkrankung“, erläutert der Kardiologe, „aber es ist zum einen ein wichtiger Risikofaktor für einen Schlaganfall und zum anderen können begleitende oder auslösende Erkrankungen wie Stoffwechselstörungen und andere Herzerkrankungen maßgeblich die Gesundheit beeinträchtigen.“

Vorhofflimmern schränkt die Herzleistung mehr oder weniger stark ein. Es muss nicht in jedem Fall behandelt werden. Akute Anfälle können vor allem bei jüngeren Patienten oft zunächst erfolgreich durch eine Kardioversion behoben werden. Dabei wird das Herz durch einen Elektroschock in Kurzzeitnarkose gewissermaßen resettet. Wenn dies nicht anschlägt oder nur vorübergehenden Erfolg hat, gibt es verschiedene Therapieoptionen, deren Vor- und Nachteile genau bedacht sein müssen.

Die Patienten können darüber hinaus selbst einiges tun, um ihre Rhythmusstörung in den Griff zu bekommen. Dr. Nitschke rät zu Sport und Gewichtsregulation: „Allein diese beiden Maßnahmen zeigen bei konsequenter Anwendung oft fast denselben Effekt wie Medikamente.“

Das Foto zeigt Dr. Klaus Schmidt

Auf dem Weg zum Endoprothesenzentrum

(08.01.2016) 1980 wurde eine orthopädische Abteilung mit 48 Betten im Katholischen Krankenhaus Dortmund-West eingerichtet. Die Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie, die heute auf über 80 Betten angewachsen ist, nimmt ihr 35-jähriges Jubiläum zum Anlass für eine Vortragsveranstaltung mit anschließender Fragestunde. Am 13.01.2016 informiert Chefarzt Privatdozent Dr. Klaus Schmidt über aktuelle Entwicklungen bei der Versorgung mit Knie- und Hüftprothesen.

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Die Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie am Katholischen Krankenhaus Dortmund-West ist seit vielen Jahren eine der ersten Adressen für die qualitativ hochwertige Versorgung der Bürger in Dortmund und Umgebung mit Endoprothesen an den großen Gelenken von Hüfte, Knie, Schulter und Ellenbogen sowie am Sprunggelenk. Die Zertifizierung als Endoprothesenzentrum der Maximalversorgung ist in die Wege geleitet.

Chefarzt Privatdozent Dr. Klaus Schmidt wird in seinem Vortrag auf neue Materialien für Hüftprothesen eingehen, die verschleißärmer sind und längere Haltbarkeit versprechen. Die Eingriffe an der Hüfte können heute in der Regel mit vergleichsweise kleinen Schnitten so durchgeführt werden, dass sie Muskulatur und Sehnenapparat möglichst wenig beeinträchtigen. Zunehmend kommen Systeme zum Einsatz, die zementfrei montiert werden und trotzdem schnell belastbar sind.

Auch im Bereich der Knieprothesen gibt es Neuentwicklungen bei den Materialien, die allergische Reaktionen des Körpers minimieren. Für den Oberflächenersatz werden heute baukastenartige Systeme angeboten, die an den individuellen Behandlungsbedarf angepasst werden können. Das erlaubt es, die natürlichen Haltefunktionen von Muskeln und Sehnen so weitgehend wie möglich zu erhalten. Teilprothesen beschränken den Ersatz auf die betroffenen Knochenanteile und in bestimmten Fällen können individuell angepasste Prothesen den montagebedingten Knochenverlust weiter einschränken.

Nach dem Vortrag stehen PD Dr. Schmidt und seine Kollegen für Fragen zur Verfügung. Einzelheiten können anhand von anatomischen Modellen erläutert werden und auch für das leibliche Wohl wird gesorgt.

Das Foto zeigt Dr. Michael Glaßmeyer

Macht Brustkrebs-Screening wirklich Sinn?

(08.01.2016) Zum 16. Mal lädt Chefarzt Dr. Michael Glaßmeyer vom St. Rochus-Hospital seine Fachkollegen ein, um sich am 20.01.2016 im Hotel Schloss Goldschmieding über Streitfragen zum Thema Brustkrebs auszutauschen. Im Fokus steht diesmal die Diskussion um Sinn und Unsinn des Brustkrebs-Screening-Programms.

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Im Alter zwischen 50 und 70 Jahren werden Frauen von ihren Krankenkassen angeschrieben, auf die Brustkrebsrisiken hingewiesen und zu einem Mammographie-Termin beim Radiologen eingeladen. Dort erwartet sie eine Fachangestellte, die die Untersuchung durchführt. Einen Arztkontakt gibt es nicht. Später erhalten sie dann schriftlich eine Befundmitteilung. Diese anonyme Art stößt bei nicht wenigen Frauen auf Ablehnung, meint Dr. Glaßmeyer und plädiert dafür, die Brustkrebsvorsorge wie früher wieder in die Hand der Frauenärzte zu legen.

„Das Problem ist, dass die Frauen mögliche Befunde überhaupt nicht einschätzen können“, erläutert der Brustkrebs-Experte, der mit seiner Klinik Mitglied im Westdeutschen Brustzentrum ist. „Bei Auffälligkeiten werden sie ohne weitere Erläuterung zu einer Kontrolluntersuchung eingeladen, die erst Wochen später terminiert ist. In der Zwischenzeit bleiben sie mit ihren Sorgen und Ängsten vielfach sich selbst überlassen. In vielen Fällen ergibt die Nachuntersuchung dann eine Entwarnung, Manchmal werden weitere Untersuchungen mit erneuter Wartezeit erforderlich. Im Screening werden Tumore gefunden, die zu Lebzeiten nicht auffällig geworden wären. Es werden Therapien durchgeführt, die ohne Vorteile für die Behandelten sind (Übertherapien) und im Verhältnis dazu eine geringe Senkung der Brustkrebssterblichkeit bedeuten.

Natürlich gibt es Studien, die eine Senkung der Gesamtsterblichkeit bei Brustkrebs erwarten lassen, wenn genügend anspruchsberechtigte Frauen mammographiert werden. So kommt eine aktuelle Studie aus Holland zu einem günstigen Ergebnis für das Mammographie-Screening. Auf Basis positiver Daten ist das Screening-Programm ja überhaupt erst eingeführt worden. Der Leiter des örtlichen Mammographie-Programms, der renommierte Radiologe Prof. Dr. Detlef Uhlenbrock, wird auf dem Symposium die Vorteile der Reihenuntersuchung im Kampf gegen die bösartige Tumorerkrankung darlegen. Dabei wird er auch Stellung zu der Frage nehmen müssen, ob die Erwartungen angesichts der niedrigen Teilnahmeraten in Deutschland tatsächlich erreicht werden können.

„Wir müssen uns ernsthaft fragen“, so Dr. Glaßmeyer, „ob es nicht besser wäre, für eine betreute und begleitete Brustkrebsvorsorge beim Frauenarzt zu werben. Die Mammographie stünde als ein Baustein einer an den Bedarf angepassten Stufendiagnostik. Vielen Frauen bliebe es erspart, umsonst in Angst und Schrecken versetzt zu werden. Und wir sollten auch Frauen unter 50 Jahre und Frauen über 70 Jahre, die das wünschen, in die Vorsorge einbeziehen.“