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Diagnostik und Therapie

Für Diagnosen und Therapien stehen moderne Ultra­schall-Ver­fahren, strah­lungs­arme, digitale Röntgen­technik, das Spektrum der endo­skopi­schen Metho­den sowie Stoß­wellen und Laser­technik zur Ver­fügung. Wenn es die indivi­duelle Situa­tion des Patien­ten zulässt, können minimal-invasive Ver­fahren einge­setzt werden, die ent­weder natür­liche Körper­öffnun­gen für endo­skopische Eingriffe oder kleine Schnitte für lapa­ro­skopische Eingriffe (Bauch­spiege­lungen) nutzen.

Die Therapie bös­artiger Erkran­kungen erfolgt in inter­diszi­plinärer Zusammen­arbeit mit Onko­logen und Strahlen­thera­peuten und umfasst neben der großen Tumor­chirurgie ebenso die Strahlen­therapie und die Chemo­therapie sowie eine psycho­onkolo­gische Betreu­ung. Die optimale Therapie­strategie wird inter­diszipli­när im Rahmen von Fall­bespre­chungen in der wöchent­lichen Tumor­konferenz fest­gelegt.

Roboter-assistierte Chirurgie

der Klinik ein so genannter OP-Roboter zur Ver­fügung. Mit diesem können z.B. kom­pli­zierte Ope­rationen an der Prostata und den Nieren sehr schonend und über kleine Schnitte durch­geführt werden. Ob für Sie eine Opera­tion mit dem da Vinci-Roboter Vorteile bringt und in Frage kommt, können wir gern bei Ihrer Vor­stel­lung in unseren Sprech­stunden mit Ihnen be­sprechen. Weitere Informationen ...

Behandlung der gutartigen Prostata-Vergrößerung

Prostata-Behandlung am St.-Josefs-Hospital - St. Lukas Klinikum - Foto Michael Pasternack

Wenn der Mann älter wird, kann sich die Prostata deut­lich ver­größern. Die Folge können Pro­bleme wie häufiges Wasser­lassen und schwacher Harn­strahl sein, die schwer­wiegende Aus­wirkun­gen auf die Funk­tion der Harn­blase und der Nieren haben können. Ist die medi­kamen­töse Therapie nicht mehr aus­reichend, wird das über­schüssige Prostata­gewebe operativ entfernt. Die meisten Ein­griffe werden minimal-invasiv über die Harn­röhre durch­geführt. Im Einzelfall kann eine offene Opera­tion sinnvoller sein. Die Therapie­ent­schei­dung hängt von den Wün­schen des Patien­ten und seiner indivi­duellen Situa­tion ab.

Prostatabiopsie

Wenn ein verdächtiger Tastbefund oder ein erhöhter PSA-Wert vorliegt, sollte eine Gewebeprobe entnommen und mikroskopisch untersucht werden, um ein Prostatakarzinom sicher ausschließen bzw. gegebenenfalls diagnostizieren zu können. Der Eingriff geht schnell und ist schmerzfrei. Die Gewebeentnahme erfolgt unter Lokalanästhesie. Unter Ultraschallkontrolle werden über den Enddarm mit Hilfe einer Hohlnadel systematisch zwölf Proben aus verschiedenen Bereichen der Prostata entnommen. Vor und nach der Biopsie müssen Antibiotika eingenommen werden, um eine Prostataentzündung zu verhindern.

Medikamentöse Therapie

Die ersten Beschwerden einer gutartigen Prostatavergrößerung werden vom niedergelassenen Urologen medikamentös behandelt. Hierfür steht ein breites Spektrum unterschiedlicher Wirkstoffe zur Verfügung, mit denen die Beschwerden oft lange Zeit effektiv unter Kontrolle gehalten werden können.

Operative Verfahren

Bei drei von zehn Männern mit gutartiger Prostatavergrößerung ist ein operativer Eingriff erforderlich. Dabei wird das überschüssige Prostatagewebe von innen abgetragen. Es stehen verschiedene minimal-invasive Verfahren zur Verfügung, bei denen ein sehr dünnes, röhrenartiges Instrument mit einer Optik über die Harnröhre (transurethrale Resektion der Prostata, TUR-P) eingeführt wird.

Für diese sogenannte Prostataschälung können unterschiedliche Techniken eingesetzt werden. Wir bieten unter anderen die Verdampfung des Gewebes mit Hilfe einer Elektrode (bipolare Resektion in Kochsalzlösung, TURis) oder durch Lasertechnik (Laser-TUR) an. Bei sehr großen Prostataveränderungen kann die Entfernung über einen kleinen Bauchschnitt eine bessere Alternative darstellen, die dann eine schnellere Heilungsphase ermöglicht und die Harnröhre schont.

Stoßwellentherapie - St.-Josefs-Hospital - St. Lukas Klinikum - Foto Michael Pasternack

Stein­leiden und Nieren­erkran­kungen

Harn­steine ent­ste­hen in der Regel in der Niere. Wenn sie von dort in den Harn­leiter wandern und den Harnvabfluss behin­dern, sind starke Schmer­zen die Folge. Besteht die Blockade (Harn­stauungs­niere) über län­gere Zeit, gehen die Schmer­zen zwar meist zurück, aber die Niere kann unbe­merkt und un­wieder­bring­lich ihre Funk­tion verlieren. Kommt es zu einer Infek­tion der blockier­ten Niere kann eine lebens­gefähr­liche Blut­vergif­tung (Urosepsis) ent­stehen.

Harnsteinzertrümmerung (ESWL)

Die Klinik für Urologie verfügt über die modernste Technologie zur Zertrümmerung von Nierensteinen. Das System aus 3D-Kamera, frei beweglicher Ultraschallsonde und Infrarotsender erlaubt eine punktgenaue Ortung der Steine. Die Positionsdaten werden über den integrierten PC an den Tisch weitergeleitet, von dem aus die automatische Fokussierung gesteuert wird.

Zur Behandlung wird der Patient auf einem Tisch gelagert. Die Stoßwelle wird über ein flüssigkeitsgefülltes Kissen an den Körper herangeführt und der fokussierte Impuls entlädt seine Energie konzentriert auf den Stein. Dabei entstehen Kräfte, die den Stein zu Sand zerbröseln, der dann auf natürlichem Wege abgeleitet wird. Die Behandlung ist fast schmerzfrei, eine Narkose ist in der Regel nicht erforderlich.

Minimal-invasive Verfahren mit Endoskopen und Laser

Die endoskopische Entfernung von Steinen in Niere oder Harnleiter ist das Verfahren, das schnellstmögliche Steinfreiheit verspricht. Meistens kann im Rahmen einer Harnleiter- und Nierenspiegelung (Ureterorenoskopie) der Stein von innen aufgesucht werden, selten ist eine Punktion der Niere durch die Haut (perkutane Nephrolithotomie, PCNL) erforderlich. Bei beiden Verfahren werden die Steine zerkleinert und mit Bergekörbchen entfernt. Im Zuge des operativen Eingriffs kann eine Holmium-YAG Lasersonde eingesetzt werden, die mit hoher Pulsenergie auch größere und härtere Steine zertrümmern kann.

Nierenbeckenabgangsenge

Die Verengung des Nierenbeckenabgangs ist in der Regel eine angeborene Erkrankung. Im Lauf des Lebens kann die Verengung durch Wachstumsvorgänge oder Entzündungen fortschreiten. Die geeignete Form der Korrektur wird in jedem Einzelfall festgelegt. Meistens sind eine Entfernung der Verengung und eine Wiederherstellung mit feinen Instrumenten und Nähten erforderlich. Der Eingriff erfolgt hier fast immer laparoskopisch, also mit Endoskopen im Zuge einer Bauchspiegelung, durchgeführt werden. In seltenen Fällen sollte die Operation über einen Flankenschnitt erfolgen (offene Nierenbeckenplastik).

Nierentumor

Nierenkrebs gehören zu den häufigsten Krebserkrankungen. Eine Heilung ist in vielen Fällen möglich. Bei der operativen Entfernung des Tumors kann der gesunde Teil der befallenen Niere bei der überwiegenden Mehrzahl der Patienten erhalten werden. Ob dies sinnvoll ist, muss in jedem Einzelfall entschieden werden. Wenn eine ganze Niere entfernt wird, kann die zweite gesunde Niere deren Funktion mit übernehmen.

Die Tumorentfernung kann durch Bauchspiegelung (laparoskopisch) erfolgen. Dabei wird die Niere beziehungsweise das befallenen Nierengewebe mit Hilfe von endoskopischen Instrumenten unter Videokontrolle herausgeschnitten und in einem speziellen Bergebeutel entfernt. Bei sehr großen Tumoren oder wenn der Tumor die großen Blutgefäße befallen hat, ist eine offene Operation über einen Bauchschnitt erforderlich. Eine medikamentöse Therapie (Immuntherapie, Chemotherapie) ist zu erwägen, wenn der Nierentumor bereits Metastasen an anderen Stellen im Körper gebildet hat. Diese Behandlung wird von unseren kooperierenden Onkologen angeboten.

Blasenkrebs-Therapie am St.-Josefs-Hospital - St. Lukas Klinikum - Foto Ekkehart Reinsch

Blasen­krebs

Ein Blasen­karzinom entsteht in der Schleim­haut der Harn­blase. Meis­tens geht der Erst­diagnose durch eine Blasen­spiege­lung (Urethro­zysto­skopie) eine schmerz­lose Blu­tung aus dem Harn­trakt voraus. Bei ober­fläch­lichen Blasen­karzi­nomen besteht eine Heilungs­chance von mehr als 90 Prozent. Die Behand­lung erfolgt in der Regel unter Erhal­tung der Harn­blase. Im An­schluss an die endo­skopi­sche Ent­fer­nung des Tumors durch die Harn­röhre (trans­urethrale Resek­tion des Blasen­tumors, TUR-Blase) erfolgt ab­hängig vom Tumor­stadium ge­gebe­nen­falls eine Blasen­spülung mit spe­ziellen Sub­stanzen, die das Tumor­wachs­tum hemmen (Instilla­tions­therapie). Bei aggres­siven Krebs­formen kann unter Um­ständen eine voll­ständi­ge Ent­fernung der Harn­blase und der zuge­hörigen Lymph­knoten ange­raten sein. Moderne opera­tive Tech­niken des Harn­blasen­ersatzes ermög­lichen den­noch weiter­hin eine gute Lebens­qualität.

Transurethrale Resektion des Blasentumors (TUR-Blase)

Eine Sonde mit Elektrode oder Laser an der Spitze wird einschließlich der dazugehörigen Videooptik über die Harnröhre bis zur Blase vorgeschoben. Dort wird der Krebs entweder wird durch einen Hochfrequenzstrom oder durch Laserlicht vollständig abgetragen. Manchmal kann es sinnvoll sein, vorher einen Farbstoff in die Blase einzubringen, um Tumore noch besser zu erkennen (Photodynamische Diagnostik und Therapie, PDD). Das betroffene Gewebe wird anschließend histologisch untersucht. Die weitere Behandlung hängt von Tumorart und- stadium sowie der Eindringtiefe in die Blasenwand und möglichen Metastasen ab. Gegebenenfalls sind weitere Untersuchungen notwendig: Röntgen des Brustraum, wenn nötig auch eine CT-Untersuchung des Brust- und Bauchraumes sowie bei Verdacht auf Metastasen eine Skelettszintigraphie.

Entfernung der Harnblase

Bei aggressiven Tumoren wird die Harnblase entweder offen-chirurgisch oder durch Bauchspiegelung komplett entfernt. Wichtig ist die präzise, vollständige Entfernung von Blase, Prostata und den zugehörigen Lymphknoten. Wir beachten streng die Empfehlungen der European Association of Urology. Im Zusammenhang mit der Entfernung der Harnblase wird auch die Anlage einer Ersatzharnblase erforderlich.

Harnblasenersatz

Für den Harnblasenersatz stehen gut etablierte Verfahren zur Verfügung, die regelmäßig zum Einsatz kommen. Es ist heute möglich, jedem Patienten eine maßgeschneiderte Lösung für seine individuelle Situation anzubieten.

Die kontinente Ersatz-Harnblase mit Harnröhrenanschluss ist die von vielen Patienten bevorzugte Lösung. Aus ca. 50 cm Dünndarm wird eine neue Harnblase geformt und an die Harnröhre und die Harnleiter angeschlossen. Nach einer Übergangszeit kann der Patient bzw. die Patientin wieder weitgehend normal auf natürlichem Wege Wasser lassen.

Die kontinente Ersatz-Harnblase mit Bauchnabelanschluss steht für Patienten zur Verfügung, bei denen der Schließmuskel oder die Harnröhre vom Tumor betroffen ist und entfernt werden muss. Die Ersatzblase wird dicht an den Nabel angeschlossen und wird durch manuelle Betätigung (Selbstkatheterismus) entleert.

Die Sigma-Rektum-Blase die älteste Form der kontinenten Ersatzblase. Dabei wird der Urin wird in den Dickdarm eingeleitet und dort gesammelt. Ausscheidung bzw. Kontinenz hängen von einem funktionierenden Schließmuskel ab. Die Sigma-Rektumblase ist eine gute, zuverlässige Methode, die jedoch nur noch in Ausnahmefällen angewandt wird.

Ein Ileum Conduit ist die Standard-Lösung für die wenigen Patienten, bei denen eine kontinente Harnableitung nicht in Frage kommt. Der Urin wird über ein kurzes Dünndarmstück auf die Bauchhaut geleitet und dort in einem speziellen Beutel (Stomabeutel) aufgefangen. Das Stoma liegt vorzugsweise im rechten Unterbauch. Die Stomaversorgung ist absolut unauffällig, geruchsfrei und ermöglicht Fernreisen und sogar Schwimmbadbesuche.

Behandlung ist möglich

Vier bis fünf Millionen Menschen in Deutschland leiden unter Inkontinenz. Der unkontrollierte Abgang von Urin oder Stuhl schränkt ihre Lebensqualität und insbesondere ihr Sozialleben sehr stark ein. Obwohl bei Frauen, Männern und auch Kindern weit verbreitet sind die Beschwerden leider immer noch oft ein Tabuthema. Dabei kann den meisten Menschen bei ihren Problemen geholfen werden.

Die Kontrolle über Blasen- und Darmentleerung hängt sehr stark vom korrekten Zusammenspiel der Organe und Bindegewebe im Beckenraum ab. Häufig liegen komplexe Störungen vor, die den Blick über die Grenzen einzelner medizinischer Fachgebiete hinaus erfordern. Eine effektive Diagnostik und Therapie von funktionellen Erkrankungen der Harnwege und des Darms ist dementsprechend nur in interdisziplinärer Zusammenarbeit möglich.

Im Kontinenzzentrum am St.-Josefs-Hospital kümmern sich deshalb Gynäkologen, Urologen und Chirurgen gemeinsam um die Betroffenen. Alle Patienten mit interdisziplinärem Klärungsbedarf werden nach den ambulant
Kontinenzzentrum am St.-Josefs-Hospital durchgeführten, vorstationären Untersuchungen innerhalb einer Woche im Rahmen von Fallbesprechungen vorgestellt.

Hier stimmen die beteiligten Fachärzte eine gemeinsame Therapiestrategie ab, die schriftlich festgehalten und dem einweisenden Arzt zugestellt wird. Die Patienten können die vorgeschlagenen Therapiemöglichkeiten dann gemeinsam mit ihrem Hausarzt, Gynäkologen oder Urologen besprechen und erhalten, wenn sie es wünschen, einen Behandlungstermin im Krankenhaus.

Ansprechpartner

Kontinenzzentrum am St.-Josefs-Hospital

Dr. med. Oliver Moormann

Leiter des Zentrums
Chefarzt Dr. med. Oliver Moormann

Tanja Wisnewski

Koordinatorin des Zentrums
Funktionsoberärztin Tanja Wisnewski

Dr. med. Christoph Hemcke

Chefarzt Dr. med. Christoph Hemcke

Jeanette Evelyn Nunez Aldave

Jeanette Evelyn Nunez Aldave

Prof. Dr. med. Heiner Wolters

Chefarzt Prof. Dr. med. Heiner Wolters

Karin Maria Rygol

Oberärztin Karin Maria Rygol

Sprechstunde

Anmeldung über das Sekretariat
Mittwoch und Donnerstag nach Terminvereinbarung
Tel.: +49 231 4342-2401

 

Notfallversorgung am St.-Josefs-Hospital - St. Lukas Klinikum - Foto Ekkehart Reinsch

Notfälle in der Urologie

Bestimmte akute Erkrankungen in der Urologie erfordern eine unverzügliche diagnostische Abklärung und sofortige therapeutische Maßnahmen. Zu diesen Krankheitsbildern gehören insbesondere:

  • Harnverhalt, die Unfähigkeit Wasser zu lassen
  • Nierenkoliken
  • akute Blutungen aus der Harnröhre
  • plötzlich aufgetretene Schmerzen im Hoden

Im Notfall kommen Sie rund um die Uhr in unsere Notfallambulanz.

Unsere Ärzte

Chefarzt

Dr. med. Oliver Moormann - Klinik für Urologie - St.-Josefs-Hospital - St. Lukas Klinikum - Foto Ekkehart Reinsch

Dr. med.
Oliver Moormann

 

Leitender Oberarzt

Reinhold Böttrich - Klinik für Urologie - St.-Josefs-Hospital - St. Lukas Klinikum - Foto Michael Pasternack

 
Reinhold Böttrich

Oberarzt

Süleyman Aksoy - Klinik für Urologie - St.-Josefs-Hospital - St. Lukas Klinikum - Foto Ekkehart Reinsch

 
Süleyman Aksoy

Oberarzt

Stephan Wolfgang Hanschke - Klinik für Urologie - St.-Josefs-Hospital - St. Lukas Klinikum - Foto Ekkehart Reinsch

 
Stephan Wolfgang Hanschke

Klinik für Urologie am St.-Josefs-Hospital

Sekretariat

Sylvia Sander: +49 231 4342-2401

Station U1: +49 231 4342-2410