Informationen aus der Kath. St. Paulus Gesellschaft

Informationen aus dem Lukas Klinikum

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Audio-Vision im Patientenzimmer

Ein Waldspaziergang mit musikalischer Untermalung, ein Sonnenuntergang vor idyllischer Kulisse, ein Video-Clip von einer verpassten Familienfeier – im St. Josefs Hospital können Patient:innen in großformatige Projektionen eintauchen und sich entspannen.

Mit zunehmendem Durchschnittsalter der Bevölkerung müssen immer häufiger Patient:innen im Krankenhaus behandelt werden, die unter der vorübergehenden Unterbringung in ungewohnter Umgebung seelisch leiden. Dank Unterstützung des Fördervereins kann am St. Josefs Hospital jetzt ein audio-visuelles Projektionssystem zur Entlastung der Betroffenen eingesetzt werden.

„Mit dem mobil einsetzbaren Gerät können wir den Betroffenen im Patientenzimmer audio-visuelle Eindrücke vermitteln, die sie ablenken und beruhigen“, erklärt Pflegedienstleiterin Lea Korte. „Wir sind froh und dankbar, dass wir unseren Patient:innen dank des Fördervereins der katholischen Krankenhäuser in Hörde, Kirchlinde und Castrop-Rauxel jetzt diese entspannende Unterstützung anbieten können.“

„Das Besondere dieses Projektionssystems ist seine Flexibilität“, erklärt der Vorsitzende des Fördervereins, Michael Lenke. „Neben vorgefertigten Modulen können auch Bilder oder Videos verwendet werden, die von Angehörigen per USB-Stick zur Verfügung gestellt werden. Damit können die projizierten Eindrücke individuell und persönlich gestaltet werden.“

Dr. Klaus Klother

Ethikveranstaltung

Muslimische Patient:innen im Ethik-Konsil

Die SLG St. Paulus Gesellschaft in Dortmund hat sich Ende 2023 auf einer internen Veranstaltung im St. Rochus Hospital in Castrop-Rauxel mit dem Thema „Ethische Fragen im Umgang mit muslimischen Patientinnen und Patienten“ auseinandergesetzt. Eingeladen hatten der Leiter des Ethikkomitees, Chefarzt Dr. med. Hinrich Böhner, und der Beauftragte für Christliche Unternehmenskultur, Dr. Klaus Klother (Foto).

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Ethische Fragen im Zusammenhang mit schwer erkrankten Patientinnen und Patienten im Sterbeprozess werden in den Krankenhäusern der SLG St. Paulus Gesellschaft in moderierten Gesprächen mit allen Beteiligten einvernehmlich geklärt. Besondere Sensibilität erfordert in diesem Zusammenhang der Umgang mit dem kulturellen und religiösen Hintergrund des betroffenen Menschen. „Als christlich fundierte Einrichtungen sind wir offen für die Versorgung aller Menschen, die unsere Hilfe benötigen und nachfragen – unabhängig von Herkunft und kulturellem Hintergrund“, leitete Chefarzt Dr. med. Hinrich Böhner die Veranstaltung ein. „Die Begegnung mit verschiedenen Kultur- und Religionszugehörigkeiten gehört zum stationären Alltag. Aber sind wir Ärztinnen und Ärzte, Pflegenden und Mitarbeitenden aus der klinischen Versorgung auch immer gut darauf vorbereitet, in schwierigen Entscheidungssituationen angemessen mit Betroffenen und Angehörigen unterschiedlicher Herkunft umzugehen?“

Warum Kultursensibilität im Krankenhaus?

Einen Einblick in die Herausforderungen der Kommunikation mit muslimischen Patientinnen und Patienten gab Dr. med. Assem Aweimer, der Hauptredner der Veranstaltung. Der kardiologische Oberarzt am BG Universitätsklinikum Bergmannsheil in Bochum setzt sich als deutscher Muslim aktiv für das Thema Kultursensibilität im Krankenhaus ein. Seine Kernbotschaft: Muslim ist nicht gleich Muslim, Muslima nicht gleich Muslima. Vor allem bezogen auf die Herkunft (ob Syrien, Türkei, Afghanistan oder Marokko, zum Beispiel) gebe es große Unterschiede. Dabei spielten regionale Besonderheiten häufig eine noch größere Rolle als die Religion selbst, so der Mediziner. Konflikte gebe es etwa, wenn die Menschen aus Ländern mit schlechterer Gesundheitsversorgung die Auffassung hätten, das Gesundheitssystem in Deutschland sei ein Paradies mit unendlichen Ressourcen. Wenn die Ärztin oder der Arzt keine Indikation für eine Weiterbehandlung sehe, vermuteten Betroffene dann in manchen Fällen schnell und unbegründet Alltagsrassismus. Auch das Bewusstsein, dass muslimische Patientinnen oder Patienten nicht immer automatisch Ausländer:innen seien, sondern gegebenenfalls eingebürgerte Personen oder Menschen, die seit vielen Jahren in Deutschland leben, gehöre zum kultursensiblen Umgang im Krankenhaus, so Dr. Aweimer.

Sein Fazit: Im Koran gebe es keine kategorischen Ge- oder Verbote zu Gesundheitsfragen, etwa zur Intensivtherapie. Das Bild des Islam, wo unterschiedliche Schulen oft kontroverse Auffassungen verträten, sei bunter und vielfältiger als es der Titel der Veranstaltung suggeriere. Wichtig seien ein Verständnis für diese Tatsache und eine entsprechende Sensibilität für jeden einzelnen Fall.

Dr. Klaus Klother (unser Foto), Beauftragter für Christliche Unternehmenskultur, betonte mit Blick auf den Wertekodex der St. Paulus Gesellschaft, kultursensible Arbeit vor kirchlichem Hintergrund und aus christlichem Selbstverständnis heraus läge nahe: „Bei uns wird Vielfalt nicht nur plakativ benannt, sondern auch im Alltag gelebt. Der Islam begegnet uns sowohl im Umgang mit den Patientinnen und Patienten als auch mit der Belegschaft.“ Die Veranstaltung sei ein Baustein unter vielen, um Kultursensibilität in den Einrichtungen voranzutreiben. Es gehe darum, zu informieren und die eigene Selbstreflexion anzuregen. „Vorbehalte sind verbreitet“, so Dr. Klother. „Problematisch ist es, wenn wir sie uns nicht bewusst machen. Deshalb entwickeln wir Methoden, um mit kulturbedingten Konfliktfällen umzugehen – die ethischen Fallbesprechungen sind dafür ein hervorragendes Mittel.“

Ethikkommission seit 2017

Vor fast sieben Jahren wurde die Ethikkommission für die Häuser der SLG St. Paulus Gesellschaft gegründet. Seitdem hat es bereits über 20 Besprechungen nach dem Integrativen Konzept für ethische Fallbesprechungen gegeben. Privatdozent Dr. med. Christian Teschendorf, Chefarzt der Inneren Medizin am St. Josefs Hospital in Dortmund-Hörde, erläuterte in seinem Vortrag die Einberufung, den Ablauf und den Zweck einer ethischen Fallbesprechung. Dies tat er am praktischen Beispiel eines Wachkomapatienten, bei dem auf Wunsch der Familie die invasive Beatmung eingestellt werden sollte.

Als abschließender Redner berichtete Olaf Kaiser, evangelischer Krankenhauspfarrer und Leiter des Ethikkomitees der SJG St. Paulus Gesellschaft, wie er in der Praxis der christlichen Seelsorge auch an das Bett von muslimischen Patientinnen und Patienten gerufen wird. Dies geschehe, weil er mit seiner seelsorgerischen Kompetenz für alle religiöse Fragen empfänglich sei und über ein Grundverständnis von Religiosität verfüge. Als „Mosaiksteine der Verständigung“ sehe er Gelegenheiten, bei denen die kulturellen Besonderheiten von Christentum und Islam aufeinandertreffen und überein gebracht werden können. Das sei erfolgreich, wenn Verständnis füreinander geweckt und die Bereitschaft signalisiert werde, aufeinander zuzugehen. Im Gespräch gelinge es, sich wechselseitig zu informieren, um Hintergründe zu verstehen.

Divertikel - Jeder 2. über 70 ist betroffen

Divertikel

Jeder 2. über 70 ist betroffen

Divertikel sind in den meisten Fällen harmlos und werden oft über-haupt nicht bemerkt. Doch bei etwa ein Prozent aller Menschen mit Di-vertikeln entwickelt sich innerhalb von zehn Jahren eine Divertikulitis. Sie leiden unter Beschwerden und müssen behandelt werden.

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„Patienten mit einer Divertikelkrankheit haben in der Regel Schmerzen im linken Unterbauch. Darüber hinaus können sie unter Blähungen, Verstopfung oder Durchfall leiden“, erklärt Dr. Ralf Kötter, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin am Kath. Krankenhaus Dortmund-West. „Wenn bei leichtem Fieber im linken Unterbauch plötzlich dumpfe Schmerzen auftreten, besteht der Verdacht auf eine Divertikelentzündung (Divertikulitis). Typischerweise spannt sich die Bauchmuskulatur unter Druck reflexartig an und der Schmerz wird beim plötzlichen Loslassen stärker.“

„Eine Divertikelentzündung ist in jedem Fall ernst zu nehmen“, ergänzt Dr. Kötters viszeral-chirurgischer Kollege Chefarzt Dr. Hinrich Böhner. „Im Einzelfall kann sie lebensbedrohlich verlaufen. Betroffen sind nicht nur ältere Mitbürger. Im Krankenhaus stellen sich auch immer wieder jüngere Menschen mit den typischen Beschwerden vor. Unter 50 hat unabhängig vom Geschlecht etwa jeder Zehnte Divertikel.“

In der Kirchlinder Klinik werden Patient:innen mit Erkrankungen des Verdauungssystems interdisziplinär auf der Bauchstation behandelt. Internisten, Chirurgen und bei Bedarf weitere Spezialisten schauen gemeinsam auf die Untersuchungsergebnisse und beraten mit dem Betroffenen über individuelle Therapiemaßnahmen. Die können von einer medikamentösen Behandlung mit Antibiotika bis hin zu einer Operation reichen.

„Eine Divertikulitis kann in den meisten Fällen gut behandelt werden und heilt in weniger Wochen aus“, sagt Dr. Kötter. „Aber ein Teil der Betroffenen muss damit rechnen, erneut eine Divertikulitis zu entwickeln.“ In selteneren komplizierteren Fällen kann eine Operation unumgänglich sein. „Dann entfernen wir den betroffenen Darmabschnitt“, erläutert Dr. Böhner. „Wichtig zu wissen: Aus Divertikeln entsteht kein Darmkrebs und Divertikelentzündungen sind übrigens auch viel häufiger als Darmkrebs!“

Schilddrüse regelmäßig untersuchen lassen!

RHC-Schilddrüse

Schilddrüse regelmäßig untersuchen lassen!

Schilddrüsenerkrankungen sind weit verbreitet, aber meistens gutartig. Selbst wenn eine Behandlung erforderlich ist, geht das für fast alle Betroffenen gut aus.

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20 bis 25 Patient:innen kommen pro Tag zu einer Untersuchung ihrer Schilddrüse in das MVZ Prof. Dr. Uhlenbrock und Partner am St. Rochus Hospital. In den meisten Fällen kann die Nuklearmedizinerin Dr. Elke Schneider schnell Entwarnung geben. Eine Operation ist nur in wenigen Fällen nötig. „Bösartige Erkrankungen sind eher selten“, erklärt Dr. Schneider. „Meist müssen die Veränderungen nur weiter beobachtet oder können medikamentös therapiert wer-den.“

Unter den rund 100 Schilddrüsenoperationen, die Chefarzt Dr. Hinrich Böhner jedes Jahr an den beiden Standorten der chirurgischen Klinik am St. Rochus Hospital und am Kath. Krankenhaus Dortmund-West operiert, sind nur fünf bis sechs bösartige Erkrankungen. „Nach einer Schilddrüsenentfernung müssen die Patienten zwar ihr Leben lang Tabletten einnehmen, in aller Regel haben sie aber eine normale Lebenserwartung“, erklärt Dr. Böhner. „Entscheidend ist, dass die Erkrankung rechtzeitig erkannt und operiert wird.“

Neben der üblichen Feinnadelpunktion zur Abklärung tumorverdächtiger Knoten kann in der Praxis am St. Rochus Hospi-tal in geeigneten Fällen die sogenannte MIBI-Schilddrüsenszintigraphie eingesetzt werden. Damit kann den Pati-ent:innen in vielen Fällen eine unnötige OP erspart bleiben. Wenn mit diesem Verfahren keine Auffälligkeiten entdeckt werden, ist die Wahrscheinlichkeit, dass dieser Befund gurtartig ist und gut bleibt, mit etwa 98 % sehr hoch. „Dabei wird ein schwaches Radionuklid in die Armvene injiziert, das sich in der Schilddrüse anreichert“, erklärt der Leiter des MVZ, Dr. Arne Scheffer. "Während und nach der Untersuchung gehen für die Patienten und ihr Umfeld keine nennenswerten Gefahren aus."

In der Schilddrüsenkrebsbehandlung werden nach der operativen Tumorentfernung Radiojodtherapien zur Beseitigung des verbliebenen Schilddrüsen- und Tumorrestgewebes eingesetzt. Eine Chemotherapie ist in der Regel nicht erforder-lich. „Diese spezielle Methode wird nicht in Castrop angeboten“, erklärt Chefarzt Dr. Böhner. „Betroffene können aber in der kooperierenden Klinik für Nuklearmedizin am St. Marienhospital in Lünen bestmöglich behandelt werden.“ Das St. Marienhospital ist wie das St. Rochus Hospital Mitglied im Verbund der Kath. St. Paulus Gesellschaft.
Laut Deutschem Schilddrüsenzentrum bildet etwa jeder dritte Erwachsene mindestens eine krankhafte Veränderung der Schilddrüse aus. Zu den häufigsten Problemen zählen harmlosere Knoten, Vergrößerungen sowie Über- oder Unter-funktionen. Eine Untersuchung ist in jedem Fall zu empfehlen, raten die Castroper Schilddrüsenexperten.

Foto: Ein eingespieltes Team: (v.li.) Chefarzt Dr. Hinrich Böhner (Chirurgie), Dr. Arne Scheffer, der Leiter des MVZ von Prof. Uhlenbrock und Partnern, sowie Dr. Elke Schneider (Nuklearmedizin).